Industrielles Energiemanagement
Tyrolit Neuenrade
87 % weniger Strom · 65 % weniger CO₂Ein ganzheitliches Energie- und Ressourcenkonzept verbindet Strom, Wärme, Kälte und Gebäudeinfrastruktur – mit messbar geringerem Verbrauch, niedrigeren Emissionen und reduzierten Betriebskosten.
Die Ausgangslage
Wiederaufbau als Chance für einen grundlegenden Systemwechsel
Nach einem Brand im Galvanikbereich nutzte Tyrolit den Wiederaufbau, um Produktionsräume, technische Infrastruktur und Energieversorgung neu zu denken. Das Ziel ging über den Ersatz beschädigter Technik hinaus: Energieverbrauch, Umweltbelastung und laufende Kosten sollten dauerhaft sinken.
Statt einzelne Anlagen isoliert zu optimieren, wurde ein übergreifendes Konzept für Produktion und Gebäude entwickelt. Dadurch konnten Erzeugung, Verteilung und Verbrauch gemeinsam betrachtet werden.
Der Systemumfang
Strom, Wärme und Kälte als verbundenes Gesamtsystem
Zum Konzept gehören eine modernisierte Gebäudeinfrastruktur, neue Beleuchtung, eine eigene Kraft- und Wärmeversorgung mit Blockheizkraftwerk, optimierte Heiz- und Kühlsysteme, energieoptimierte Klimatisierung sowie Photovoltaik auf dem Hallendach.
Gesamtprojekt und Beitrag von xNet
Vier ineinandergreifende Bausteine
Die energetische Modernisierung umfasste vier aufeinander abgestimmte Bausteine. xNet übernahm im vierten Baustein das übergreifende Energiemanagement und die zentrale Raumwärmesteuerung.
Infrastruktur neu aufbauen
Produktionsräume, Beleuchtung und Gebäudeinfrastruktur wurden im Zuge des Wiederaufbaus energetisch neu ausgerichtet.
Erzeuger integrieren
Blockheizkraftwerk und Photovoltaik wurden in die Strom- und Wärmeversorgung der Gesamtanlage eingebunden.
Kühlung zentralisieren
Viele einzelne Kühlkreisläufe wurden durch ein zentrales Ringsystem ersetzt und damit technisch wie energetisch zusammengeführt.
Betrieb transparent führen
Das Energiemanagement verbindet die Anlagen, überwacht Netzbezug und Einspeisung und unterstützt die zentrale Raumwärmesteuerung der Bürobereiche.
Die xNet-Lösung
Ein Energiemanagement für die gesamte Anlage
Energieflüsse zusammenführen
Strom, Wärme und Kälte werden nicht getrennt betrachtet. Das Gesamtkonzept macht Wechselwirkungen sichtbar und schafft die Grundlage für einen effizienten Anlagenbetrieb.
Bezug und Einspeisung überwachen
Strombezug, Eigenerzeugung und Einspeisung werden zentral erfasst und für die technische Betriebsführung nutzbar gemacht.
Raumwärme zentral steuern
Auch die Einzelraumsteuerung der Büroanlage ist in das übergreifende Wärmemanagement eingebunden.
Die Ergebnisse
Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschutz messbar verbunden
Energie und Emissionen
Der Stromverbrauch sank um 87 Prozent, die CO₂-Emissionen um 65 Prozent.
Wasser und Chemikalien
Das neue Konzept reduzierte das Abwasser um 97 Prozent und vermied den Einsatz von Sonderchemikalien.
Wirtschaftlicher Nutzen
Bei einer Investition von rund 2,14 Mio. Euro liegt das berechnete Einsparpotenzial aus Energie- und Wartungskosten bei etwa 480.000 Euro pro Jahr.
Tyrolit zeigt damit, wie ein industrielles Gesamtkonzept Energieeffizienz, Umweltwirkung und Betriebskosten gleichzeitig verbessern kann.
Das technische Gesamtsystem