Kaltes Nahwärmenetz und Quartiersmanagement
Nahwärme Dollnstein
Deutschlands erstes kaltes Nahwärmenetz – mit SiMon realisiert2013 entstand in Dollnstein eine Quartierslösung, für deren vorausschauende Steuerungs- und Optimierungsaufgaben es keine marktgängige Software gab. Aus diesem Bedarf entwickelte xNet SiMon.
Die Ausgangslage
Ein visionäres Energiekonzept ohne passende Standardsoftware
Das kalte Nahwärmenetz in Dollnstein verband bereits 2013 mehrere Energiequellen und zahlreiche Abnehmer zu einem technisch anspruchsvollen Gesamtsystem. Erzeugung und Verteilung mussten bedarfsgerecht koordiniert, elektrische und thermische Energie gemeinsam betrachtet und alle Übergabestationen in die Betriebsführung einbezogen werden.
Marktgängige Lösungen konnten die erforderlichen vorausschauenden Regel- und Optimierungsstrategien nicht abbilden. xNet entwickelte deshalb eine eigene, frei anpassbare Plattform: SiMon.
Der Systemumfang
Mehrere Erzeuger, ein Netz und zentral geführte Abnehmer
SiMon verbindet die Erzeugerseite in der Zentrale mit der thermischen Verteilung und den ratiotherm-Übergabestationen. Verbrauchsdaten, Anlagenzustände und die verfügbare Stromerzeugung fließen in das zentrale Lastmanagement ein.
Die Umsetzung
Eine neue Softwareplattform für eine neue Form der Wärmeversorgung
Steuerungsbedarf modellieren
Die thermischen und elektrischen Zusammenhänge des neuartigen Netzes wurden als gemeinsames Automations- und Optimierungssystem abgebildet.
Erzeuger intelligent koppeln
BHKW, Wärmepumpe, Grundwasser, Solarthermie und PV-Strom wurden in einer bedarfsorientierten Betriebsstrategie verbunden.
Abnehmer einbeziehen
Alle angeschlossenen Abnehmer und Übergabestationen wurden vollständig in das zentrale Lastmanagement integriert.
Betrieb zentralisieren
Aggregatemanagement, Verbrauchserfassung und technisches Störmanagement wurden in SiMon zusammengeführt.
Die SiMon-Lösung
Vorausschauend regeln, aus Betriebsdaten lernen, Lasten koordinieren
Erzeugung am tatsächlichen Bedarf ausrichten
Vorausschauende Regelstrategien koordinieren die Erzeugerseite präzise und bedarfsorientiert mit dem Wärmebedarf im Netz.
Betriebsverhalten in die Optimierung einbeziehen
Selbstlernende Algorithmen nutzen Betriebsdaten, um das Zusammenspiel von Erzeugung, Verteilung und Verbrauch laufend zu verbessern.
Thermische Leistung und Stromerzeugung verbinden
Das zentrale Lastmanagement berücksichtigt neben dem Wärmebedarf auch die Stromerzeugung und koordiniert alle angeschlossenen Abnehmer.
Ergebnisse und Kundennutzen
Ein beherrschbares Netz mit hohem Anteil regenerativer Energie
Bedarfsgerechter Betrieb
Die Zentrale erzeugt und verteilt thermische Leistung abgestimmt auf den tatsächlichen Bedarf der angeschlossenen Abnehmer.
Zentrale Transparenz
Verbrauchserfassung, Anlagenführung und Störmanagement stehen in einer gemeinsamen technischen Plattform zur Verfügung.
Deutlich weniger CO₂
Externe Veröffentlichungen nennen für das Energiekonzept eine CO₂-Einsparung von rund 68 bis 70 Prozent.
Dollnstein bewies früh, dass kalte Nahwärme, Sektorkopplung und datenbasierte Automation nicht nur als Konzept, sondern im kommunalen Betrieb funktionieren.
Auszeichnung und Fachquellen
Als Umweltinnovation und kommunales Praxisbeispiel dokumentiert
Das intelligente Nahwärmenetz wurde als KUMAS-Leitprojekt ausgezeichnet und als kommunales Klimaschutz-Praxisbeispiel veröffentlicht. Die Partnerdarstellung von ratiotherm erläutert das kalte Nahwärmekonzept und die eingebundenen Übergabestationen.